AMD schloss das vergangene Jahr mit großem Erfolg ab. Die Prozessorarchitekturen des Unternehmens haben seit 2017 eine wahre Revolution erlebt. Die kürzlich erfolgte Übernahme von Xilinx für 35 Milliarden US-Dollar ermöglicht AMD zudem weitere Innovationen. In einem seiner Patente kündigte AMD die Integration von FPGA-Komponenten in seine Prozessoren an. Das von Lisa Su geführte Unternehmen restrukturiert sich außerdem, um das im Jahr 2020 erzielte Wachstum zu unterstützen.
FPGA-Komponentenintegration
FPGA -Elementen in Prozessoren angekündigt, um bestimmte Funktionalitäten effizient zu beschleunigen und andere Aufgaben auszuführen. Das Patent trägt den Titel „Verfahren und Vorrichtung für effiziente programmierbare Befehle in Computersystemen“.
FPGAs sind extrem schnelle Hardwarekomponenten, die für die Ausführung spezifischer Befehle konfiguriert werden können. Sie unterscheiden sich von CPUs, die universellere Komponenten darstellen und für die Verarbeitung verschiedenster Befehlstypen zur Verfügung stehen. AMD steht Intel, das 2015 Altera übernommen hat, daher nicht im Rückstand. Altera ist im FPGA-Bereich tätig. Intel wählte Altera aus diesem Grund, aber auch, um bestimmte Kundenbedürfnisse im Serversektor zu erfüllen. Intel hatte daher spezielle Xeon-Server entwickelt, die hohe Arbeitslasten bewältigen können. AMD konnte somit vergleichbare Server produzieren und in den FPGA-Markt einsteigen.

AMDs Patent beschreibt eine CPU mit FPGA-Komponenten, die Operationen in gemeinsam genutzten Ressourcen wie Gleitkomma- und Ganzzahl-Leseregistern neben den x86-Kernen verarbeiten können. Dadurch ließe sich ein Prozessor im laufenden Betrieb aufrüsten , um bestimmte Funktionen zu unterstützen, ohne dass eine vollständige Hardware- oder Architekturüberarbeitung erforderlich ist. Bestimmte Befehle könnten somit direkt von diesen FPGAs verarbeitet werden, wodurch die CPU umgangen würde. Dies würde den Prozessor für andere Aufgaben freisetzen. Die FPGA-Komponenten könnten in den x86-CPU-Kernsteckplätzen oder extern platziert und über eine dedizierte Schaltung wie Infinity Fabric mit dem Prozessor verbunden werden. Da es sich aktuell noch um ein Patent handelt, lässt sich die Anwendung in zukünftigen AMD-CPUs nicht bestätigen. Dennoch geben diese Details Einblick in die potenziellen Entwicklungen, die AMD für diese Rechenkomponenten plant.
Das neue AMD-Motherboard basiert auf AGESA 1.1.9.0
AMD hat die Veröffentlichung von AGESA 1.1.9.0 . Diese neue Firmware wird zwischen Januar und Februar dieses Jahres in neue Mainboards integriert. Sie wurde primär für die neuen Ryzen-5000-Prozessoren und verbessert insbesondere die Unterstützung für den Windows power supply S0i3 sowie den Tiefschlafmodus des Systems für eine höhere Energieeffizienz. Zudem ermöglicht sie eine verbesserte Systemstabilität durch den FCLK (Fabric Clock). Das Update unterstützt Mainboards mit passiver Kühlung, wie beispielsweise das X570. Dies könnte die Unterstützung verschiedener Mainboard-Modelle ohne aktive Kühlung, wie etwa des Asus ROG Crosshair VIII Dark Hero, ermöglichen.

AMD restrukturiert sich intern
Nach dem phänomenalen Erfolg von AMD im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nun mehrere Beförderungen und Umstrukturierungen . Diese sollen dem Unternehmen ermöglichen, seine Dynamik und seinen Fortschritt in den kommenden Jahren fortzusetzen. Zwei Führungskräfte wurden zu Executive Vice Presidents befördert. Zusätzlich zu diesen beiden internen Beförderungen wurden drei neue Senior Vice Presidents ernannt. Diese Umstrukturierungen wurden zur Unterstützung des Unternehmenswachstums und im Anschluss an die kürzlich erfolgte Integration von Xilinx . Diese Übernahme wurde im Oktober 2020 angekündigt und wird in diesem Jahr abgeschlossen. Darren Grasby wird Executive Vice President und Chief Sales Officer. Seine Aufgabe wird es sein, den Absatz von AMD-Produkten und das Kundenerlebnis zu optimieren. Devinder Kumar übernimmt die Position des Executive Vice President, Chief Financial Officer und Treasurer. Zu seinen Aufgaben gehört die Stärkung der Finanzlage des Unternehmens. Grasby und Kumar erhalten daher laut ihren SEC-Einreichungen 620.000 US-Dollar pro Jahr, ohne Boni. Dies entspricht einer jährlichen Gehaltserhöhung von 100.000 US-Dollar zuzüglich leistungsabhängiger Boni.
Drei Personen bekleiden derzeit die Position des „Senior Vice President“:
- Martin Ashton wurde zum Senior Vice President für Grafikarchitektur und geistiges Eigentum (IP) bei Radeon Technologies ernannt. Seine Hauptaufgabe ist die Entwicklung von Grafik- und IP-Architekturen für Spiele, Rechenzentren und mobile Produkte.
- Mark Fuselier wurde zum Senior Vice President für Technologie und Produktentwicklung ernannt. Er wird für die Entwicklungsprozesse verantwortlich sein, um den beispiellosen Anforderungen an AMD-Produkte effektiv gerecht zu werden.
- Sam Naffziger wurde unterdessen zum „Senior Vice President, Corporate Fellow und Technologiearchitekten“ befördert. Seine Hauptaufgabe ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der Produkte der nächsten Generation von AMD sicherzustellen.

Lisa Su, CEO von AMD, bestätigte, dass diese Umstrukturierungen es AMD ermöglichen würden, das in den letzten Jahren erzielte starke Wachstum auch 2021 und darüber hinaus fortzusetzen. Weitere Mitarbeiter des Unternehmens erhielten ebenfalls Gehaltserhöhungen, darunter Mark Papermaster, Chief Technology Officer (CTO). Sein Jahresgehalt stieg von 625.000 US-Dollar auf 675.000 US-Dollar. Seine Boni können nun bis zu 125 % seines Grundgehalts betragen, zuvor waren es 100 %. Auch Bergman, Executive Vice President der Computers and Graphics Business Group, erhielt diese Bonuserhöhung.
Kurz gesagt, nichts scheint AMDs rasantes Wachstum aufhalten zu können. Intel und Nvidia sollten sich warm anziehen!



